Protokoll

Ein Protokoll ist ein festgelegtes Regelwerk, das definiert, wie zwei oder mehr Systeme Daten austauschen - einschließlich Format, Reihenfolge und Bedeutung der übertragenen Nachrichten.

Kurz erklärt

Damit unterschiedliche Systeme - oft von verschiedenen Herstellern, mit unterschiedlicher Software - überhaupt miteinander kommunizieren können, müssen sie sich an dieselben Regeln halten. Ein Protokoll legt genau das fest: welche Nachrichten in welcher Reihenfolge gesendet werden dürfen, wie sie aufgebaut sind und wie beide Seiten auf Fehler reagieren. Das Internet besteht aus vielen solcher Protokolle, die aufeinander aufbauen - von der physischen Übertragung von Signalen bis zu Anwendungen wie E-Mail oder dem Web.

Beispiel

HTTP ist ein Protokoll, das festlegt, wie ein Browser eine Anfrage an einen Webserver formuliert und wie der Server darauf antwortet. TCP ist ein anderes Protokoll, das darunterliegt und die zuverlässige Übertragung der dabei ausgetauschten Daten sicherstellt.

Warum ist das relevant?

Offene, standardisierte Protokolle sind der Grund, warum ein Gerät eines Herstellers mit einem Server eines völlig anderen Herstellers kommunizieren kann, ohne dass beide Seiten sich vorher koordinieren müssen. Wer versteht, dass das Internet aus mehreren aufeinander aufbauenden Protokoll-Schichten besteht (grob: Netzwerk, Transport, Anwendung), versteht leichter, warum Begriffe wie IP, TCP und HTTP unterschiedliche, aber zusammenspielende Aufgaben lösen.

Häufige Missverständnisse

Ein Protokoll ist kein Programm und keine Software - es ist eine Spezifikation, ein Regelwerk auf Papier (bzw. in einem Dokument wie einer RFC). Viele unterschiedliche Softwareimplementierungen können dasselbe Protokoll korrekt umsetzen. Auch ist “Protokoll” kein Synonym für “sicher” oder “verschlüsselt” - ob ein Protokoll Verschlüsselung vorsieht, hängt von seiner konkreten Definition ab, wie der Unterschied zwischen HTTP und HTTPS zeigt.

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