Platform as a Service
Platform as a Service (PaaS) ist ein Hosting-Modell, bei dem Entwickler Anwendungscode direkt bereitstellen und der Anbieter Betriebssystem, Serververwaltung und einen Großteil des laufenden Betriebs darunter übernimmt.
Kurz erklärt
Bei PaaS liefert ein Entwickler seine Anwendung - oft direkt per Git-Push oder als Container-Image - an den Anbieter aus, statt selbst einen Server einzurichten. Der Anbieter übernimmt dafür Betriebssystem, Laufzeitumgebung, TLS-Zertifikate, Skalierung und Logging automatisiert. Bekannte Vertreter reichen von klassischen Plattformen wie Heroku bis zu neueren, containerbasierten Angeboten wie Render, Fly.io oder AWS App Runner. Anders als bei Serverless läuft die Anwendung dabei meist weiterhin dauerhaft oder zumindest nahezu durchgehend, statt bei jedem Aufruf einzeln gestartet und wieder beendet zu werden.
Beispiel
Ein Entwickler pusht den Code einer Webanwendung in ein Git-Repository, das mit einer PaaS-Plattform verbunden ist. Die Plattform baut daraus automatisch ein lauffähiges Deployment, stellt es unter einer eigenen Domain mit gültigem TLS-Zertifikat bereit und skaliert es bei steigender Last, ohne dass der Entwickler selbst einen Server konfiguriert oder Betriebssystem-Updates einspielt.
Warum ist das relevant?
PaaS liegt operativ zwischen einem selbst verwalteten VPS und vollständigem Serverless: Entwickler erhalten viele Vorteile eines modernen, automatisch skalierenden Betriebs - verwaltete Datenbanken, Deployments aus dem Git-Repository, zentrale Logs - ohne den Betriebsaufwand eines eigenen Servers oder gar eines Kubernetes-Clusters übernehmen zu müssen. Besonders für kleinere Teams ohne dediziertes Ops-Personal ist das oft die praktikabelste Stufe zwischen “alles selbst verwalten” und “volle Cloud-Orchestrierung”.
Häufige Missverständnisse
PaaS und Serverless werden häufig gleichgesetzt, unterscheiden sich aber im Ausführungsmodell: Eine PaaS-Anwendung läuft in der Regel dauerhaft oder zumindest über längere Zeiträume in einem laufenden Prozess, während eine Serverless-Funktion nur für die Dauer eines einzelnen Aufrufs existiert und danach vollständig beendet wird - das wirkt sich sowohl auf Abrechnung als auch auf Kaltstartverhalten aus. Auch mit einem VPS wird PaaS oft verwechselt: Bei einem VPS bleibt die Verwaltung von Betriebssystem und Laufzeitumgebung Aufgabe des Betreibers, bei PaaS übernimmt das der Anbieter.