IP-Adresse
Eine IP-Adresse ist eine numerische Adresse, über die Geräte in einem IP-Netzwerk identifiziert und Daten an sie weitergeleitet werden können.
Kurz erklärt
IP-Adressen gibt es in zwei aktuell gebräuchlichen Versionen: IPv4 (z. B. 93.184.216.34), ein 32-Bit-Format mit rund 4,3 Milliarden möglichen Adressen, dessen ursprünglicher Adressraum inzwischen ausgeschöpft ist, und IPv6 (z. B. 2606:2800:220:1:248:1893:25c8:1946), ein 128-Bit-Format mit einer praktisch unerschöpflichen Anzahl an Adressen. Jedes Gerät benötigt für die Kommunikation über IP eine IP-Adresse - im Heimnetz ist das meist eine private Adresse, nach außen teilen sich mehrere Geräte häufig die öffentliche Adresse des Routers.
Wie funktioniert eine IP-Adresse?
Ruft ein Browser eine Website auf, übersetzt DNS zunächst den Domainnamen in die für die Verbindung benötigte IP-Adresse. Erst mit dieser Adresse kann eine Netzwerkverbindung zum tatsächlichen Server aufgebaut werden:
example.de
↓
DNS
↓
203.0.113.42
↓
Server
Eine Domain ist dabei kein einfacher Alias für genau eine feste IP-Adresse - DNS kann je nach Anfrage unterschiedliche Adressen liefern, etwa für Lastverteilung oder standortnahe Server.
Öffentliche und private IP-Adressen
Für den Alltag ist diese Unterscheidung oft wichtiger als die zwischen IPv4 und IPv6: Geräte in einem Heimnetzwerk bekommen in der Regel private IP-Adressen, die nur innerhalb dieses lokalen Netzes gelten. Gegenüber dem Internet tritt stattdessen der Router mit einer einzigen öffentlichen IP-Adresse auf; er übersetzt zwischen beiden Welten (Network Address Translation, kurz NAT).
Laptop: 192.168.1.23
Smartphone: 192.168.1.41
Router: 192.168.1.1
↓
NAT
↓
öffentliche IP: 203.0.113.42
↓
Internet
Dadurch können sich mehrere Geräte eine einzige öffentliche IPv4-Adresse teilen - “meine IP-Adresse” kann je nach Kontext also zwei verschiedene Dinge meinen: die private Adresse des eigenen Geräts oder die öffentliche Adresse, mit der das Heimnetz nach außen auftritt.
IPv4 und IPv6: Was ist der Unterschied?
| IPv4 | IPv6 | |
|---|---|---|
| Länge | 32 Bit | 128 Bit |
| Beispiel | 93.184.216.34 |
2606:2800:220:1:248:1893:25c8:1946 |
| Adressraum | ca. 4,3 Milliarden Adressen | praktisch unerschöpflich |
| Heute | ursprünglicher Adressraum ausgeschöpft, aber durch NAT weiterhin sehr verbreitet | zunehmend parallel zu IPv4 im Einsatz |
IPv4 ist trotz des ausgeschöpften Adressraums nicht verschwunden - NAT und großflächiges Carrier-Grade-NAT bei Internetanbietern sind gerade die Techniken, die einen begrenzten IPv4-Adressraum weiterhin nutzbar machen.
Bleibt meine IP-Adresse immer gleich?
Nicht zwangsläufig. Viele Internetanbieter vergeben öffentliche IP-Adressen dynamisch und wechseln sie in gewissen Abständen (etwa bei einer erneuten Einwahl oder einem Router-Neustart); andere Anschlüsse, etwa in Unternehmen, nutzen bewusst eine statische, dauerhaft gleichbleibende Adresse. Innerhalb des Heimnetzes vergibt meist der Router per DHCP private Adressen an einzelne Geräte, die sich ebenfalls ändern können. Mobilfunkanschlüsse wechseln die öffentliche Adresse teils noch häufiger als Festnetzanschlüsse. Bei IPv6 kommen zusätzlich sogenannte Privacy Extensions zum Einsatz, die die genutzte Adresse periodisch austauschen, um die Nachverfolgbarkeit eines Geräts über die Zeit zu erschweren.
Was verrät eine IP-Adresse über mich?
Anhand einer öffentlichen IP-Adresse lassen sich in der Regel ermitteln:
- der Internetanbieter
- ein ungefährer geografischer Bereich (Stadt oder Region, selten genauer)
- der zuständige Netzbetreiber (ASN)
- gegebenenfalls, dass die Adresse zu einem Firmennetz gehört
Nicht zuverlässig ableitbar sind dagegen der Name, die genaue Wohnadresse oder eine konkrete Person - eine IP-Adresse verrät nicht automatisch die genaue Adresse einer Person. Eine Zuordnung zu einer Person ist in der Regel nur mit zusätzlichen Informationen möglich, etwa durch den Internetanbieter selbst oder im Rahmen einer behördlichen Anfrage.
Warum ist das relevant?
IP-Adressen sind Grundlage für Routing, Geolokalisierung, Zugriffsbeschränkungen (z. B. IP-Whitelisting) und teilweise auch für Sicherheitsanalysen, etwa bei der Erkennung verdächtigen Datenverkehrs. IP-Adressen können personenbezogene Daten im Sinne des Datenschutzrechts sein, insbesondere wenn sie mit zusätzlichen Informationen einer Person zugeordnet werden können.
Häufige Missverständnisse
Eine IP-Adresse identifiziert in der Regel ein Gerät oder einen Netzwerkanschluss, nicht zwingend eine einzelne Person. Auch die Annahme, eine IP-Adresse verrate immer den exakten Standort, ist ungenau: Geolokalisierung anhand von IP-Adressen liefert oft nur eine grobe, teils fehlerhafte regionale Einschätzung.