Browserkrieg
Der Browserkrieg bezeichnet den intensiven Wettbewerb zwischen konkurrierenden Webbrowsern um Marktanteile, insbesondere zwischen Netscape Navigator und Internet Explorer in den 1990er-Jahren.
Kurz erklärt
Der erste und bekannteste Browserkrieg fand zwischen 1995 und rund 2001 zwischen Netscape Navigator und Microsofts Internet Explorer statt. Microsoft bündelte den Internet Explorer kostenlos mit Windows, was Netscape trotz technischem Vorsprung in vielen Bereichen innerhalb weniger Jahre nahezu vom Markt verdrängte und in ein bedeutendes US-Kartellverfahren gegen Microsoft mündete.
Beispiel
Während Netscape Navigator Mitte der 1990er-Jahre noch über 80 Prozent Marktanteil hielt, dominierte wenige Jahre später Internet Explorer den Markt mit ähnlich hohen Anteilen - ein Wandel, der maßgeblich durch die Bündelungsstrategie mit Windows und weniger durch technische Überlegenheit getrieben wurde.
Warum ist das relevant?
Der Browserkrieg zeigte früh, wie stark Plattformmacht und Vertriebskanäle technologische Marktentwicklungen beeinflussen können - unabhängig von der reinen technischen Qualität eines Produkts. Ein zweiter, weniger bekannter Browserkrieg fand später zwischen Internet Explorer, Firefox und Chrome statt und führte letztlich zur heutigen, stärker standardorientierten Browserlandschaft.
Häufige Missverständnisse
Der Begriff “Browserkrieg” suggeriert einen rein technischen Wettstreit, tatsächlich spielten jedoch auch Geschäftsstrategien, Bündelungspraktiken und kartellrechtliche Fragen eine zentrale Rolle. Auch endete der erste Browserkrieg nicht mit einem dauerhaften Sieger - Internet Explorers Dominanz wurde später selbst durch neue Konkurrenten wie Firefox und Chrome abgelöst.